Kennen Sie das?! Erst locken die höheren Zahlen, dann ärgern sie, frustrieren gar. Ja, mit dem Alter ist das so eine Sache. Erst sehnte ich mich nach der 18. Da fährt’s sich halt selbstständiger. Die Jahre konnten nicht schnell genug ins Land ziehen bis zur Volljährigkeit. Heute, habe ich das Gefühl, überholt ein Monat den nächsten. Frau kommt in die Jahre, wo freundliche Parfümerie-Damen per se die Anti-Falten-Creme als Pröbchen über den Ladentisch schieben. „Es gibt da jetzt noch was ganz Neues“, flüstern sie.
Anstatt Minirock in der Disko lange Elternabende
Die Jungs in der Clique blicken eh seit geraumer Zeit nicht mehr so unschuldig bubihaft drein, klopfen zwar noch Sprüche, aber längst nicht mehr so naive. Abgekämpfte Familienväter sind sie, die sich ein Stück ihrer Jugend auf Inlinern zurückholen. Und die Freundinnen laufen anstatt mit Minirock und Pumps in die Disko mit bequemen Mutti-Tretern und angestrengter Miene zum Elternabend.
Beste Anti-Aging-Pflege
Dafür ist aus dem Kichern ist ein Schmunzeln geworden, die Beine sind – zwar angeschwollen – aber nicht mehr so unförmig wie als Teenager, die Nase ragt nicht mehr so groß ins unebene Gesicht – das Älterwerden hat auch Vorteile. Die Übertreibungen bei der Ansichtssache „Aussehen“ habe ich mir abgewöhnt, jedenfalls größtenteils. Je länger ich mich kenne, desto dünner werden die geschminkten Schichten. Und Tiefgehendes, behaupte ich, nimmt für mich zu. Trotzdem braucht Frau ab und zu einen „Anti-Age“-Bonbon. Und deshalb freut sie sich, wenn die Verkäuferin in einer Boutique sie ganz spontan duzt und eine andere Altersgenossin aber mit „Sie“ anredet. Da fühlt man sich gleich wieder zehn Jahre jünger. Und unter uns: Dieser Balsam für die Seele ist die beste Anti-Aging-Pflege.
„Wir sind die Hautevolee“ singt Rainhard Fendrich und nimmt damit musikalisch die Oberflächlichkeit der so genannten feinen, besseren Gesellschaft auf die Schippe. Aktualisieren müsste er heute seinen Text, denn nicht mehr allein die Oberschicht reckt und streckt sich nach äußerlichen Idealen (wie auch immer die definiert sind …). Auch Nadja-Normal-Verbraucherin steht der Sinn nach Schönerem. Da wünscht man sich schon mal einen neuen Busen zum 18. Geburtstag. Und als Mittzwanzigerin kann man sich nach dem ersten Kind den kleinen Bauchansatz im Nu wegoperieren lassen. Macht ja flach – und das ist angesagt. Und weil Frau schon mal dabei ist, bestellt sie beim Schönheitsdoc auch gleich noch den begehrten Schmollmund. Schließlich: Dicke Lippen will Mann küssen, sagt der Zeitgeist. Mein Kopf soll schöner werden, meint daraufhin die manipulierte Damen und begibt sich in die Hände des Lift-Boys. Sie sollte lieber mal das Innere ihres Schädels überprüfen lassen.
„Ist das heiß!“ lautet das kollektive Stöhnen in diesen Tagen. Statt Willkommensgruß gibt’s die Wetteransage. Doch: Trotz des Hitzegejammers sind die Oldies gut drauf. Die reiferen Herren der Schöpfung prahlen mit der Lust und Leidenschaft des nachklingenden Lenzes
Hannover ist Vorreiter. Ja, die Stadt an der Leine kann – oft als kühle norddeutsche City verleumdet – Leuchtturmprojekte rund ums gelungene humane Miteinander aus dem Boden stampfen. Ferien inklusiv und Klimaschutz – so hieß ein Sommerferiencamp für Kids, für alle Kids zwischen 6 und 14, ob nun mit bescheinigter Beeinträchtigung oder angeblich ohne eine solche. Die Vereine Aktiv DabeiSein und Down-Syndrom Hannover organisierten mit und in der Freien Martinsschule in Laatzen sowie mit der Unterstützung der Region und der Stadt Hannover, der Aktion Mensch, der BINGO Umwelt-Stiftung, der Stiftungen der Sparda-Bank und von Edeka sowie dem Therapie- und Sportverein Hemmingen eine Freizeit, bei der sich Mädchen und Jungen aus allen Lebenslagen, mit allen Hautfarben, allen Besonderheiten unkompliziert kennen und schätzen gelernt haben.
Haben Sie trendiges Köpfchen? Was? Sie wissen es nicht? Tja, dann wollen wir doch mal haarscharf analysieren, wie sich die Mode fürs Oberhaupt überhaupt beschreiben lässt. Also erstens: Erlaubt ist, was gefällt. Das ist schon mal gut so, braucht Frau keine Ausreden mehr zu erfinden für den Look „Frisch aus dem Bett gekommen“. Ist doch trendy, das Strubbelhaar. Erlaubt ist, was gefällig zu pflegen ist.
Der Zeitgeist bietet originellen Ideen nicht nur die Basis für erfolgsversprechende Geschäfte. Die heutige Toleranz für verrückte Einfälle ist scheinbar unerlässlich, will man einen neuen Weg beschreiten im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Gut, dass Dienstleistungen heute das Schlagwort der Zukunft markieren, wissen wir. Aber welche Formen diese annehmen können, das überrascht schon. Und beweist: Wir Deutschen, denen oft Farblosigkeit in punkto Fantasie vorgeworfen wird, haben doch kreative Ressourcen. Noch dazu welche, mit denen Mann oder Frau Geld verdienen kann. „Nostalgie pur“ ist bei solcherlei zukunftsorientierten Geschäften angesagt.